Aus Sicht der Denkfabrik ist dies angesichts der wirtschaftlichen Lage vieler Betriebe deutlich zu spät. DZG-Vorstandschef Dr. Marcel Klinge schlägt daher eine beschleunigte Umsetzung noch vor Beginn der Sommersaison 2026 vor.
„Die Unternehmen der Gastwelt, bestehend aus Tourismus, Hospitality, Foodservice und Freizeitwirtschaft, stehen unter massivem Druck durch steigende Kosten, Fachkräftemangel und volatile Nachfrage. Sie brauchen jetzt mehr Flexibilität – nicht erst im kommenden Jahr. Jeder Monat zählt“, sagt DZG-Vorstandschef Dr. Marcel Klinge. „Dass eine im Koalitionsvertrag vereinbarte, in der Nationalen Tourismusstrategie noch einmal bekräftigte und für den Bundeshaushalt kostenneutrale Maßnahme so lange auf sich warten lässt, ist schwer nachzuvollziehen.“
Die Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit nach EU-Recht gilt als eine der zentralen Stellschrauben, um Personal effizienter einzusetzen und besser auf Nachfrageschwankungen reagieren zu können – gerade in einem Wirtschaftsbereich wie der Gastwelt, der stark von Tageszeiten, Wochentagen und Saisonverläufen geprägt ist. Aus Sicht der Denkfabrik ist die Reform zudem ein Beispiel dafür, wie vergleichsweise einfache Maßnahmen mit hoher Wirkung unnötig verzögert werden. „Wenn es der Bundesregierung nicht gelingt, ein solch ‚kleines‘ Vorhaben zeitnah umzusetzen, ist das kein gutes Signal für deutlich komplexere Reformvorhaben, die unser Land ebenfalls dringend braucht. Das sollte jedenfalls nicht das neue Deutschland-Tempo sein“, so Klinge.
Die DZG schlägt daher vor, jetzt in einer konzertierten Aktion den Gesetzgebungs-Turbo zu starten oder nach Prüfung kurzfristig etwa eine Erprobungsphase für die neue Arbeitszeitregelung zu starten, um bereits zum Beginn der Sommersaison konkrete Entlastungen für die Betriebe zu ermöglichen.
„Die Hauptsaison der Gastwelt beginnt spätestens am 1. Juli. Das sollte der politische Taktgeber sein“, betont der ehemalige Bundestagsabgeordnete.